MIA – Millimeterwellen-Messplatz für Industrielle Anwendungen

Die Kommunikations-, Radar- und Sensortechnik wird in den nächsten Dekaden ein wichtiger Innovationstreiber in industriellen Anwendungen sein. Die genutzten Signalfrequenzen bewegen sich rasant nach oben. Dies liegt zum einen daran, dass bei höheren Frequenzen die knappe Ressource „Funkfrequenz“ noch verfügbar ist, zum anderen lassen sich bei höheren Frequenzen sehr breitbandige Systeme realisieren, die für die Übertragung von hohen Datenmengen bei kurzer Übertragungszeit (und damit geringer Latenz) und für hohe Auflösungen bei Radaren und Sensoren benötigt werden.
Um an der technologischen Entwicklung hin zu höheren Frequenzen partizipieren zu können, ist Messtechnik auch oberhalb der aktuell an der TU Clausthal verfügbaren Grenze von 40 GHz notwendig. Die zu beschaffende Forschungsinfrastruktur soll dabei zwei Kernelemente umfassen: Frequenzbereichserweiterungen für die Netzwerkanalyse in den für die industriellen Anwendungen im 6G-Kontext relevanten Frequenzbändern 75-110 GHz, 110-170 GHz, 140-220 GHz und 220-325 GHz. Parallel dazu müssen für diese Frequenzbänder breitbandigere Nutzsignale (10 GHz Kanalbandbreite) zur Verfügung gestellt werden.
Beim Antragsteller steht die Identifikation von industriellen Anwendungen, bei denen Millimeterwellentechnik bislang nicht zum Einsatz kommt bis hin zur Prinzipdemonstration im Vordergrund – gerade im Themenfeld Circular Economy, d.h. für industrielle Prozessoptimierung, im Rohstoffbereich und bei der Robotik.